Die Wirkung materieller Incentives auf den
Rücklauf einer schriftlichen Panelbefragung
Kai Arzheimer /
Markus Klein
1. Einleitung und Problemstellung
Daß materielle Incentives, also kleine Geschenke an die zu interviewenden Personen, die Ausschöpfungsquote schriftlicher Befragungen erhöhen, hat sich in empirischen Untersuchungen immer wieder eindrucksvoll bestätigt (vgl. zuletzt Hare et al. 1998). Bekannt sind darüber hinaus auch diejenigen Eigenschaften von Incentives, die einem hohen Rücklauf besonders förderlich sind: Wenn das Incentive vor der eigentlichen Befragung gewährt wird, es sich um einen Geldbetrag handelt und sein Wert hoch ist, dann erhöht sich die Rücklaufquote in der Regel besonders stark (Church 1993). Es gibt darüber hinaus auch empirische Evidenz dafür, daß Incentives ihre rücklaufsteigernde Wirkung nicht nur bei schriftlichen, sondern auch bei mündlichen und telefonischen Interviews entfalten (Singer 1998). Vor dem Hintergrund der in den letzten Jahren zu beobachtenden steigenden Zahl von Interviewverweigerungen bei repräsentativen Bevölkerungsumfragen besitzen diese Befunde eine enorme praktische Bedeutung für die akademische und kommerzielle Umfrageforschung.
Bitte beachten Sie: Es handelt sich bei diesem Text nicht um die endgültige Druckfassung, sondern um ein Manuskript. Bitte zitieren Sie deshalb nur nach der gedruckten Fassung! |
Trotz der vergleichsweise umfassenden
Forschungsanstrengungen existiert allerdings keine empirische Untersuchung über die
Wirkung materieller Incentives im Rahmen von Panelstudien. Diese Lücke versucht der
vorliegende Beitrag zu schließen. Am Beispiel einer zweiwelligen schriftlichen
Panelbefragung wird im Rahmen eines experimentellen Designs untersucht, wie sich kleine
Geschenke an die Befragungspersonen (im unserem Fall eine Telefonkarte im Wert von 6 DM)
auf die Rücklaufquote und die Panelmortalität auswirken. Da schriftliche Panels in der
Praxis der empirischen Sozialforschung eher eine Ausnahme darstellen, wird mit diesem
Aufsatz gleichzeitig auch der Frage nachgegangen, inwieweit schriftliche Panelbefragungen
eine Alternative zu den bislang dominierenden face-to-face Panels darstellen können (vgl.
hierzu auch Bauer 1988, Reuband 1998).
2. Theoretischer Rahmen: Austauschtheorie und Reziprozitätsnorm
Daß Incentives ein geeignetes Instrument zur Erhöhung der Ausschöpfungsquote von Umfragen darstellen, scheint bereits aus einem Alltagsverständnis heraus plausibel. Im Rahmen der von Don A. Dillmann (1978) entwickelten Total Design Method (TDM) wird der Einsatz von Incentives aus einer umfassenden theoretischen Perspektive heraus empfohlen. Bei der TDM handelt es sich um ein mittlerweile auch in westeuropäischen Ländern hervorragend bewährtes Verfahren, den Rücklauf und die Datenqualität schriftlich-postalischer Erhebungen zu optimieren. Das Interview wird hierbei im Sinne der "Social Exchange Theory" (Blau 1964; Homans 1961; Thibaut/Kelley 1959) als sozialer Austauschprozeß verstanden, der nur dann zustande kommt, wenn für die Befragungsperson der Nutzen der Interviewteilnahme deren Kosten übersteigt. Der Forscher muß folglich bemüht sein, die Kosten der Interviewteilnahme für den Befragten möglichst gering zu halten, während diesem der Nutzen, den er aus der Interviewteilnahme ziehen kann, möglichst groß erscheinen soll.
Die Kosten der Befragungsperson lassen sich durch eine ganze Reihe von Maßnahmen minimieren: Ein klarer und übersichtlicher Fragebogen senkt den Aufwand, der für seine Beantwortung nötig ist, die Verwendung von freigestempelten Rückumschlägen vermeidet Portokosten auf Seiten der Befragten und eine überzeugende Versicherung, daß die erhobenen Daten vertraulich behandelt werden, wirkt der Furcht der Befragten vor zukünftigen Nachteilen aus der Interviewteilnahme entgegen (vgl. Dillman 1978: 14-16).
Die Möglichkeiten auf Seiten des Forschers, den Nutzen der Interviewteilnahme zu erhöhen, sind allerdings eher beschränkt. Der Nutzen für den Befragten liegt im wesentlichen nur in der Befriedigung, in einer wichtigen Sache "konsultiert" worden zu sein. Bei geschickter Aufmachung des Anschreibens scheint dies für viele Befragte jedoch bereits ein hinreichendes Motiv zur Teilnahme zu sein: "Being consulted has been pointed to by both Blau and Homans as a means of providing a reward to people while getting needed information" (Dillman 1978: 13).
Ein etwaiges Incentive hingegen kann
nicht als Nutzen aus der Interviewteilnahme verstanden werden, da die Befragungsperson
dieses auch dann behalten kann, wenn sie die Interviewteilnahme verweigert. Das Incentive
eröffnet vielmehr eine soziale Austauschbeziehung mit dem Respondenten: Zunächst ohne
Gegenleistung überreicht, fungiert es als ein "symbol of trust" (Dillman 1978:
16) und generiert eine soziale Verpflichtung des Befragten, dem Wunsch nach einem
Interview zu entsprechen. Die Interviewteilnahme stiftet so durch die Erfüllung der sog. Reziprozitätsnorm
dem Befragten einen zusätzlichen Nutzen. Die Reziprozitätsnorm besagt, daß man bemüht
sein sollte, freiwillig gewährte Vergünstigungen in irgendeiner Form
"zurückzuzahlen" (Gouldner 1960). Der Wert des Incentives sollte vor diesem
Hintergrund deshalb auch gegenüber den Befragten nicht als "Vergütung" für
die Interviewteilnahme dargestellt werden. "The closer the monetary incentive comes
to the value of the service performed, the more the transaction tends to move into the
realm of economic exchange and the easier it becomes for many people to refuse it"
(Dillmann 1978: 16).
3. Die zugrundeliegende Studie
Die Datenerhebung, über die wir im folgenden berichten werden, wurde im Rahmen des Forschungsprojektes "Die Conjoint Analyse als Instrument der empirischen Wahlforschung. Eine exemplarische Analyse der Hamburger Bürgerschaftswahl 1997 mittels einer schriftlichen Befragung gemäß der Dillmanschen Total-Design-Method" durchgeführt. Die Datenerhebung startete unmittelbar nach der Bürgerschaftswahl vom 21. September 1997. Um die Kosten der Erhebung niedrig zu halten und den Prozeß der Datenerhebung kontrollieren zu können, haben wir uns für eine schriftliche Befragung nach TDM entschieden, die wir selbst administrierten. Die Notwendigkeit einer Panelstudie ergab sich aus der Tatsache, daß das für unser substantielles Forschungsvorhaben wichtige Konzept der Parteiidentifikation nur dann valide gemessen werden kann, wenn mindestens zwei Meßzeitpunkte vorliegen. Vor diesem Hintergrund haben wir uns für die Durchführung eines zweiwelligen Kurzfristpanels entschieden.
Ein generelles Problem schriftlicher Befragungen besteht darin, daß meist nur Adreß-, aber keine Personenstichproben zur Verfügung stehen. Dies ist aus zwei Gründen problematisch: Zum einen ist mit systematischen Verzerrungen zu rechnen, wenn die Auswahl der Zielperson im Haushalt den Befragten selbst überlassen wird, zum anderen widerspricht die Adressierung des Anschreibens an einen Haushalt den von Dillmann entwickelten Prinzipien der Personalisierung. In unserem Fall waren jedoch die Voraussetzungen für die Ziehung einer Personenstichprobe günstig, da es sich beim Land Hamburg um einen Stadtstaat handelt, für den mit dem Hamburger Amt für zentrale Meldeangelegenheiten eine einzige Meldebehörde zuständig ist. Diese erwies sich als äußerst kooperationsbereit: Sechs Wochen vor dem Wahltermin wurde für uns eine Zufallsstichprobe vom Umfang N=4000 aus dem Melderegister gezogen. Die Adreßinformationen waren somit vollständig und entsprachen dem aktuellen amtlichen Stand. Grund- und Auswahlgesamtheit (die Menge aller Personen, die bei der Bürgerschaftswahl stimmberechtigt waren) stimmten perfekt überein. Zusätzlich zur Adresse wurden uns außerdem das Geburtsjahr, das Geschlecht und die Ortsteilszugehörigkeit der Zielpersonen mitgeteilt. Das Geschlecht wurde benötigt, um die Anschreiben korrekt adressieren zu können. In Verbindung mit dem Geburtsjahr eröffnete es außerdem eine Möglichkeit zu kontrollieren, ob der Fragebogen tatsächlich von der Zielperson ausgefüllt wurde. Die Angabe zur Ortsteilzugehörigkeit schließlich gestattet es, dem Datensatz für spätere Mehrebenenanalysen eine Vielzahl von Kontextinformationen zuzuspielen.
Der Versand erfolgte exakt nach den Vorgaben Dillmans (vgl. zusammenfassend Tab. 1). In der Woche nach der Wahl erhielten alle Befragten einen zwölfseitigen Fragebogen im Format DIN-A5, der außer den relativ umfangreichen Fragen zur Wahrnehmung und Bewertung politischer Issues, die für die Hauptuntersuchung benötigt wurden, noch einige Standard-Items der politischen Soziologie und die gängigen sozio-demographischen Fragen umfaßte. Dem Fragebogen lag ein aus 10 Karten im Format 5,5*9cm bestehende Kartenspiel bei, auf dem hypothetische Wahlplattformen abgedruckt waren. Die Befragten wurden gebeten diese Karten nach Maßgabe ihrer Wünschbarkeit in eine Rangordnung zu bringen. Da sich diese Aufgabe in den Pretests als für die Befragten sehr schwierig erwies und wir vor diesem Hintergrund mit einer hohen Rate von Interviewverweigerungen rechneten, lagen einem Teil der Fragebögen noch ein kleines Geschenk an die Zielperson bei, mit dem wir die Ausschöpfungsquote zu erhöhen hofften (vgl. Kap. 4).
Das dem Fragebogen beiliegende personalisierte Anschreiben war, ebenso wie alle folgenden, erkennbar von Hand unterzeichnet. Als ein "symbol of trust" wurden die numerierten Rückumschläge von Hand vorfrankiert, statt sie mit dem Aufdruck "Gebühr zahlt Empfänger" zu versehen. Die Glaubwürdigkeit der Anonymitätszusicherung haben wir zu erhöhen vesucht, indem wir im Anschreiben besonders auf die Tatsache hinwiesen, daß die Datenerfassung und -verarbeitung nicht in Hamburg sondern in Mainz erfolgt. Dies begründeten wir gegenüber den Befragten mit den Erfordernissen eines effektiven Datenschutzes. Um den Bezug zu Hamburg herzustellen, war auf dem Briefkopf des Anschreibens neben dem Wappen der Hamburger Universität der Hamburger Politikprofessor Michael Th. Greven als einer der Projektleiter aufgeführt, dem wir an dieser Stelle herzlich für seine Unterstützung danken wollen.
Dem Schema Dillmans folgend wurde eine Woche später an alle Zielpersonen ein Erinnerungsschreiben verschickt. An jene Personen, die bis zum jeweiligen Zeitpunkt nicht geantwortet hatten, wurden außerdem nach drei und nach sieben Wochen weitere Erinnerungsschreiben versandt, denen ein Ersatzfragebogen sowie ein weiterer frankierter Rückumschlag beilag. Das letzte Erinnerungsschreiben im Rahmen der ersten Panelwelle wurde sieben Wochen nach der Wahl, d.h. Mitte November 1997 verschickt. Rund einen Monat später war der Rücklauf vollständig zum Erliegen gekommen und die Feldarbeit für die erste Befragungswelle konnte als abgeschlossen angesehen werden.
Um die Befragten nicht zu überlasten, wurde der Beginn der zweiten Feldphase für Mitte Februar angesetzt. Der Fragebogen der zweiten Panelwelle enthielt außer dem für uns besonders wichtigen Parteiidentifikations-Item noch diverse Fragen zur Zufriedenheit mit dem Wahlausgang, zur präferierten Koalition und zur Bewertung des neuen Senats. Insgesamt umfaßte der Fragebogen im Format DIN-A5 lediglich vier Seiten und wurde an alle Personen verschickt, die in der ersten Panelwelle geantwortet hatten. Mit dem Fragebogen wurde außerdem eine mehrseitige, graphisch ansprechend gestaltete Zusammenfassung der Ergebnisse aus der ersten Befragungswelle verschickt.
Auch in der zweiten Panelwelle wurden die
Vorgaben Dillmans exakt umgesetzt. Die einzige Abweichung bestand darin, daß wir auf das
letzte Erinnerungsschreiben (sieben Wochen nach Versand des Fragebogens) verzichtet haben.
Dieses dritte Schreiben hatte in der ersten Welle den Rücklauf nur noch unwesentlich
erhöht, aber erhebliche Zusatzkosten verursacht.
Tab. 1: Der Ablauf der Datenerhebung im
Rahmen des Projektes
"Die Conjoint-Analyse als Instrument der
empirischen
Wahlforschung"
Termin der Hamburger Bürgerschaftswahl |
21.09.1997 |
Ablauf der 1. Welle | |
Versand des Anschreibens und des
Fragebogens |
|
1. Erinnerungsschreiben (ohne Fragebogen) |
01.10.1997 |
2. Erinnerungsschreiben (mit Fragebogen) |
17.10.1997 |
3. Erinnerungsschreiben (mit Fragebogen) |
14.11.1997 |
Ablauf der 2. Welle | |
Versand des Anschreibens und des
Fragebogens |
26.02.1998 |
1. Erinnerungsschreiben (ohne Fragebogen) |
05.03.1998 |
2. Erinnerungsschreiben (mit Fragebogen) |
19.03.1998 |
4. Ein experimentelles Design zur
Untersuchung des Effekts
materieller Incentives auf die Ausschöpfungs-
und die Haltequote
Als materielles Incentive haben wir in unserem
Forschungsprojekt eine Telefonkarte im Wert von 6 DM eingesetzt, die in einem
Geschenkfolder aus Karton mit dem Aufruck "Ein kleines Dankeschön für Ihre
Mithilfe..." verschickt wurde. Das Incentive wurde in jeder Welle jeweils mit dem ersten
Fragebogen versandt, den Mahnschreiben lag keines mehr bei. Telefonkarten sind
aufgrund ihres Gewichtes und Formates hervorragend zum Versand geeignet. Sie haben im
Gegensatz zu Kugelschreibern, Feuerzeugen oder ähnlichen "Geschenken" einen
für den Befragten klar erkennbaren materiellen Wert und wirken dabei weniger prosaisch
als ein beigefügter Geldschein.
Um kontrollieren zu können, ob sich der
Einsatz des Incentives lohnt, wurde in die Befragung ein zweistufiges Methodenexperiment
integriert: In der ersten Panelwelle erhielten 75 Prozent der Zielpersonen ein Incentive
und 25 Prozent nicht. In der zweiten Panelwelle erhielten in jeder der beiden
Versuchsgruppen der ersten Panelwelle jeweils 50 Prozent der Zielpersonen ein Incentive
und 50 Prozent nicht. Im Ergebnis erhält man so vier Gruppen von Zielpersonen: Eine
Gruppe, die in beiden Panelwellen ein Incentive erhielt, zwei weitere Gruppen, die
entweder in der ersten oder in der zweiten Welle ein Incentive erhielten, sowie
schließlich die Kontrollgruppe, die zu keinem Zeitpunkt ein Incentive erhielt. Das Design
des Methodenexperiments ist in Abb. 1 visualisiert.
Abb. 1: Das Design des
Methodenexperiments zur Analyse der
Wirkung materieller Incentives auf die
Ausschöpfungsquote
und die Panelmortalität
Mit diesem experimentellen Design lassen sich die folgenden Fragen beantworten:
5. Der empirische Befund
Tab. 2 zeigt zunächst den Verlauf der
Befragung im Überblick. Von den 4000 gelieferten Adressen waren 3874 (96,9 Prozent)
verwertbar, 126 Personen waren unbekannt verzogen. Von diesen 3874 Personen haben sich
insgesamt 58,5 Prozent an der ersten Panelwelle beteiligt, 1606 haben die Teilnahme
entweder explizit verweigert oder auf keines unserer Anschreiben reagiert. Von den 2268
Teilnehmern der ersten Panelwelle standen rund 95 Prozent auch für die zweite Panelwelle
zur Verfügung. 57 Personen waren zwischenzeitlich unbekannt verzogen bzw. nicht mehr in
Hamburg wohnhaft, 51 Personen hatte die Identifikationsnummer auf dem Rückumschlag der
ersten Welle unkenntlich gemacht, so daß für uns nicht zu erkennen war, wer uns
geantwortet hatte und in der zweiten Welle wieder angeschrieben werden sollte. Von den
verbleibenden 2160 Befragten haben uns 87,1 Prozent ein zweites Mal geantwortet.
Tab. 2: Die Ausschöpfung der Stichprobe im
DFG-Projekt
"Die Conjoint-Analyse als Instrument der
empirischen
Wahlforschung"
1. Panelwelle | ||||
Bruttostichprobe |
4.000 |
|||
./. stichprobenneutrale Ausfälle |
126 |
|||
Bereinigter Stichprobenansatz |
3.874 |
100,0 |
||
./. systematische Ausfälle |
1.606 |
|||
Auswertbare Interviews |
2.268 |
58,5 |
||
In der 2. Welle nicht angeschrieben |
51 |
|||
Bruttostichprobe 2. Welle |
2.217 |
|||
2. Panelwelle | ||||
Bruttostichprobe |
2.217 |
|||
./. stichprobenneutrale Ausfälle |
57 |
|||
Bereinigter Stichprobenansatz |
2.160 |
100,0 |
||
./. systematische Ausfälle |
278 |
|||
Auswertbare Interviews |
1.882 |
87,1 |
||
Gesamtauschöpfung über beide Wellen |
51,0 |
5.1 Wie wirken sich materielle Incentives auf die Rücklaufgeschwindigkeit und die Ausschöpfungsquote der ersten und zweiten Panelwelle aus?
Wie variiert nun der Rücklaufprozeß in Abhängigkeit
von der Gewährung eines Incentives? In den beiden Abbildungen 2 und 3 ist zunächst die
Entwicklung der Rücklaufquoten der beiden Panelwellen in den ersten neunzig Tagen nach
Beginn der Feldphase abgetragen, jeweils differenziert nach der Versuchs- und der
Kontrollgruppe. In beiden Abbildungen ist zu erkennen, daß der Rücklauf in der Gruppe
derjenigen Personen, die ein Incentive erhielten, schneller erfolgt und in einer höheren
Ausschöpfungsquote mündet als in der Kontrollgruppe ohne Incentive. Es zeigt sich
außerdem, daß die Wirkung des Incentives in der ersten Panelwelle stärker ist als in
der zweiten. Letzteres kann sicher damit erklärt werden, daß die Bruttostichprobe der
zweiten Panelwelle positiv vorselektiert ist, da sie aus Personen besteht, die bereits in
der ersten Panelwelle Antwortbereitschaft zeigten.
Abb. 2: Die Entwicklung der Ausschöpfungsquote der
ersten
Panelwelle in den ersten 90 Tagen nach Beginn der
Feldphase in Abhängigkeit von der Gewährung eines Incentives
Abb. 3: Die Entwicklung der
Ausschöpfungsquote der zweiten
Panelwelle in den ersten 90 Tagen nach Beginn
der Feldphase in Abhängigkeit von der Gewährung eines Incentives
Aus der bloßen visuellen Inspektion der
beiden Abbildungen 2 und 3 lassen sich aber noch keine stringenten empirischen Aussagen
herleiten. Deshalb haben wir im nächsten Schritt die beschriebenen Effekte mit
inferenzstatistischen Verfahren geprüft. Zunächst haben wir die Anzahl der Kalendertage
zwischen dem ersten Versand der Fragebögen und dem Datum des Poststempels auf dem
Umschlag des zurückgesandten Fragebogen ermittelt und verwenden diese als abhängige
Variable. In der ersten Panelwelle antworteten die Befragten mit Incentive nach
durchschnittlich 15,7 Tagen, die Befragten ohne Incentive nach 18,6 Tagen. Diese Differenz
von 2,9 Tagen ist statistisch signifikant. Ein ähnliches Muster zeigt sich in der zweiten
Panelwelle. Dort beträgt der entsprechende Zeitraum in der Gruppe mit Incentive 9,0 Tage
und in der Gruppe ohne Incentive 10,7 Tage. Auch diese Differenz von 1,7 Tagen ist
statistisch signifikant. Der Einsatz eines Incentives erhöht also in beiden Panelwellen
die Geschwindigkeit des Rücklaufs. Ein schneller Rücklauf ist bei der
Durchführung einer Untersuchung nach TDM vor allem deshalb interessant, weil er die Zahl
derjenigen Personen, die ein zweites oder drittes Mal angeschrieben werden müssen,
reduziert. Damit sinken zugleich die Kosten und der Arbeitsaufwand (vgl. Warriner et al.
1996: 555f).
Tab. 3: Der Effekt der Incentives auf die
Geschwindgkeit des
Rücklaufs in der ersten und zweite Panelwelle
- T-Tests für unabhängige Stichproben -
Mean |
SD |
df* |
t |
p |
|
Antwortzeit 1. PW | 16,4 | 11,9 |
671 |
4,34 | 0,000 |
mit Incentive | 15,7 | 11,3 |
|||
ohne Incentive | 18,6 | 13,4 |
|||
Antwortzeit 2. PW | 9,8 | 8,6 |
1812 |
4,16 | 0,000 |
mit Incentive | 10,7 | 8,1 |
|||
ohne Incentive | 9,0 | 9,1 |
*Freiheitsgrade
sind für die unterschiedliche Streuung in den Subgruppen korrigiert
Wichtiger als die Geschwindigkeit des
Rücklaufs ist aber dessen Höhe. Auch hier lassen sich signifikante Effekte
nachweisen: In der ersten Panelwelle betrug die Rücklaufquote in der Versuchsgruppe 61,7
Prozent und in der Kontrollgruppe 49,4 Prozent (vgl. Abb. 4, die genauen Fallzahlen, die
diesen Quoten zugrundeliegen sind in Tabelle A1 im Anhang dokumentiert). Die
Wahrscheinlichkeit, daß sich eine Zielperson aus der Experimentalgruppe an der Studie
beteiligt, lag also um fast ein Viertel höher als die Wahrscheinlichkeit für die
Kontrollgruppe. Diese Differenz von 12,3 Prozentpunkten in den Ausschöpfungsquoten ist
inhaltlich bedeutsam und statistisch hoch signifikant (Cramers V=0,11, p=0,000).
Abb. 4: Der Rücklauf in der
ersten Panelwelle in Abhängigkeit von
der Gewährung eines Incentives
Auch in der zweiten Panelwelle zeigte sich ein
Effekt des Incentives. Hier lagen die entsprechenden Ausschöpfungsquoten bei 84,0 bzw.
90,3 Prozent (vgl. Abb. 5). Das in der zweite Panelwelle gewährte Incentive erhöhte die
Ausschöpfung also nur noch in geringerem Maße als in der ersten Panelwelle, die
Differenz ist gleichwohl statistisch signifikant (Cramers V=0,09, p=0,000).
Abb. 5: Die Haltequote in
der zweiten Panelwelle in Abhängigkeit von
der Gewährung eines Incentives in der zweiten
Welle
5.2 Existiert ein Hysteresis-Effekt?
Um die Frage nach der Existenz eines
Hysteresis-Effekts beantworten zu können, haben wir in Abb. 6 die Ausschöpfungsquote der
zweiten Panelwelle (=Haltequote) in Abhängigkeit von der Gewährung eines Incentive in
der ersten Panelwelle abgetragen. Dabei zeigt sich, daß die Haltequote augenscheinlich
nicht von der Gewährung eines Incentives in der ersten Panelwelle beeinflußt wird: Bei
den Personen, die in der ersten Panelwelle ein Incentive erhalten haben, beträgt die
Haltequote 87,1 Prozent, bei denjenigen Zielpersonen, die kein Incentive erhalten haben,
87,3 Prozent. Diese überaus geringe Differenz in den Haltequoten ist statistisch nicht
signifikant, liegt also im Bereich zufälliger Schwankungen.
Abb. 6: Die Haltequote in der zweiten
Panelwelle in Abhängigkeit von
der Gewährung eines Incentives in der ersten
Welle
5.3 Existiert ein Interaktionseffekt?
Ein etwaiger Interaktionseffekt zwischen den
beiden Incentives müßten in Abbildung 7 zu erkennen sein. Dort haben wir die Haltequote
in Abhängigkeit von der Gewährung eines Incentives in der ersten und der zweiten
Panelwelle abgetragen. Läge ein wie auch immer gearteter Interaktionseffekt vor, so
müßte sich das Verhältnis zwischen den Haltequoten in den ersten beiden Gruppen
deutlich von der Relation der Haltequoten zwischen den beiden anderen Gruppen
unterscheiden, d.h., der rücklaufsteigernde Effekt des zweiten Incentives müßte durch
die Gewährung des ersten Incentives erkennbar modifziert werden. Tatsächlich scheint es
so, als habe das zweite Incentive bei den Befragten, die in der ersten Panelwelle keine
Telefonkarte erhalten haben, einen etwas stärkeren Effekt. In diesem Fall erhöht sich
die Haltequote durch den Einsatz eines Incentives in der zweiten Welle um 9,1
Prozentpunkte, während diese Erhöhung nur 5,5 Prozentpunkte beträgt, wenn bereits in
der ersten Panelwelle ein Incentive gewährt wurde. Diese Unterschiede sind aber so
gering, daß an ihrer Signifikanz gezweifelt werden muß.
Abb. 7: Die Haltequote in
der zweiten Panelwelle in Abhängigkeit
von der Gewährung eines Incentives in der
ersten und
zweiten Panelwelle
Um die Frage nach der Existenz eines
Interaktionseffekts abschließend beantworten zu können, haben wir deshalb für die 2160
Personen, die die Ausgangsstichprobe der zweiten Panelwelle bildeten, ein log-lineares
Modell berechnet. Die abhängige Variable stellt die Teilnahme an der zweiten Panelwelle
dar, als erklärende Variablen verwenden wir die beiden Incentives. Die Frage war hierbei,
ob es gelingt, die empirischen Daten mit einem Modell hinreichend zu beschreiben, daß nur
die Haupteffekte der beiden Incentives enthält, nicht aber einen möglichen
Interktionseffekt zwischen ihnen. Wie Tab. 4 zeigt ist dies der Fall, ein
Interaktionseffekt zwischen den beiden Incentives existiert also nicht. Die
Interpretation, die sich aus der visuellen Inspektion der Verteilungen ergibt, läßt sich
also auch statistisch absichern: Beim Versand zweier Incentives in einem zweiwelligen
Kurzfrist-Panel treten weder ein Hysteresis- noch ein Interaktionseffekt auf. Beide
Incentives wirken vollständig unabhängig voneinander.
Tab. 4: Der Effekt der beiden Incentives
auf die Haltequote
- Ergebnisse eines log-linearen Modells -
b |
p |
LR-c 2 |
Df |
|
Modellgüte | 0,279 |
1,17 | 1 | |
Konstante | 1,947 | |||
Incentive PW 1 | ||||
ja |
-,- | |||
nein |
-,- | |||
Incentive PW 2 | ||||
ja |
0,283 | |||
nein |
-0,283 |
5.4 Führen Incentives zu einer
veränderten Zusammensetzung
der Stichprobe?
Abschließend bleibt noch die Frage zu klären,
ob der Einsatz von Incentives zu einer veränderten Zusammensetzung der Stichprobe führt.
Ein solcher Einfluß wäre nicht in jedem Fall negativ zu bewerten: Wenn ursprünglich
bestehende Stichprobenverzerrungen durch den Einsatz von Incentives ausgeglichen werden
könnten, wäre ein solcher Effekt sogar von Vorteil. Würden Incentives aber zusätzliche
Stichprobenverzerrungen induzieren, so würde man sich ihren rücklaufsteigernden Effekt
mit qualitativ mangelhaften Stichproben erkaufen.
Um diese Fragen beantworten zu können, wollen wir im folgenden untersuchen, ob sich Incentives in allen Bevölkerungsgruppen gleich auswirken, oder ob sie in bestimmten Teilgruppen einen stärkeren bzw. schwächeren Effekt besitzen. Dies können wir anhand der vom Hamburger Amt für zentrale Meldeangelegenheiten zusammen mit den Adressen gelieferten Angaben über die Zielpersonen unserer Umfrage überprüfen. Bei diesen Angaben handelt es sich um das Geschlecht, das Alter und die Ortsteilzugehörigkeit. Die Ortsteilzugehörigkeit ist dabei nicht als Merkmal an sich interessant, sondern weil sie es ermöglicht, Kontextdaten in die Analysen miteinzubeziehen. Als solches Kontextmerkmal werden wir im folgenden das Durchschnittseinkommen des Ortsteils verwenden, in dem die Zielperson lebt. Unsere Erwartung wäre hier, daß das Incentive möglicherweise in ärmeren Ortsteilen eine stärkere Wirkung hat als in reicheren. Da die Incentives in den beiden Panelwellen unabhängig voneinander wirken und ihr Effekt in der ersten Panelwelle am stärksten ist, wollen wir diese Analysen über den Einfluß von Incentives auf die Stichprobenzusammensetzung auf die erste Welle beschränken.
Betrachten wir zunächst den Rücklauf der ersten Panelwelle in Abhängigkeit von den drei genannten Merkmalen der Zielpersonen. Dadurch gewinnen wir einen Eindruck davon, welche Verzerrungen in der Stichprobe bereits ohne Einsatz von Incentives auftreten. Im folgenden werden wir dann untersuchen, ob Incentives diese Verzerrungen weiter verstärken, abbauen oder aber unverändert lassen. Abb.8 zeigt den Rücklauf der ersten Welle in Abhängigkeit vom Geschlecht der Zielperson. Dabei zeigt sich, daß Männer (60,1%) mit einer etwas höheren Wahrscheinlichkeit antworten als Frauen (57,2%). Dieser geringe Unterschied von 2,9 Prozentpunkten ist statistisch aber nicht signifikant.
Beim Alter hingegen lassen sich signifikante
Unterschiede zwischen den Altersgruppen beobachten (vgl. Abb. 9): Auffällig ist
insbesondere der starke Rückgang der Rücklaufquote in der Gruppe der über 75-jährigen.
Dies ist intuitiv plausibel und entspricht der Erwartung, daß ältere Menschen vor allem
aus gesundheitlichen Gründen seltener in der Lage sind, sich an einer Befragung zu
beteiligen (vgl. analog dazu die Ergebnisse von Gehring/Wagner 1998 zur nachlassenden
politischen Partizipation im hohen Alter).
Abb. 8: Der Rücklauf in der ersten Panelwelle nach dem Geschlecht
Abb. 9: Der Rücklauf in der ersten Panelwelle nach dem Alter
Das Durchschnittseinkommen des Ortsteils, in
dem die Zielperson wohnt, ist zunächst einmal natürlich ein Indikator für deren
sozialen Kontext. In Ermangelung von Daten über die individuelle ökonomische Situation
der Zielperson haben wir das Durchschnittseinkommen des Ortsteils aber als Proxy-Variable
für die soziale Lage des Individuums benutzt. In Abb. 10 ist zunächst die Rücklaufquote
der ersten Panelwelle in Abhängigkeit vom Durchnittseinkommens des Ortsteils dargestellt.
Der besseren Übersichtlichkeit halber haben wir die 180 Hamburger Ortsteile hierfür in
Einkommensquintile eingeteilt. Es zeigt sich ein zwar eher schwacher, aber nahezu linearer
Zusammenhang, der zudem auf dem 5%-Niveau statistisch signifikant ist: Je höher das
Durchschnittseinkommen des Ortsteils, in dem die Zielperson lebt, desto größer ist die
Wahrscheinlichkeit, daß sich diese Person an der Umfrage beteiligt.
Abb. 10: Der Rücklauf in der ersten Panelwelle nach dem Durchschnittseinkommen des Ortsteils, in dem die Zielperson lebt
Um nun überprüfen zu können, ob sich
Incentives in den verschiedenen Bevölkerungsgruppen unterschiedlich auswirken, haben wir
wiederum ein log-lineares Modell berechnet (vgl. Tabelle 4). In dieses gingen die
folgenden Variablen ein: Die Teilnahme an der ersten Panelwelle als abhängige Variable
sowie das Alter, das Durchschnittseinkommen des Ortsteils und die Gewährung eines
Incentives als unabhängige Variablen. Die Frage war hierbei, ob es gelingt, die
empirischen Daten über ein Modell zu beschreiben, daß nur die Haupteffekte dieser
Faktoren beinhaltet und insbesondere ohne Interaktionseffekte zwischen dem Incentive und
den anderen unabhängigen Variablen auskommt. Dabei zeigt sich, daß bereits ein Modell
ohne Interaktionseffekte nicht mehr signifikant von den empirischen Daten abweicht, was
dahingehend interpretiert werden kann, daß sich Incentives in allen untersuchten Gruppen
gleich auswirken.
Tab. 5: Der Effekt des ersten Incentives
auf den Rücklauf unter
Berücksichtigung des Geschlechts, des Alters
und des
Durchschnittseinkommens des Ortsteils
- Ergebnisse eines log-linearen Modells -
b |
p |
LR-c 2 |
df |
|
Modellgüte | 0,088 |
122,03 | 108 | |
Konstante | 0,177 | |||
Incentive PW 2 | ||||
Ja |
0,245 | |||
Nein |
-0,245 | |||
Alter | ||||
18-24 |
-,- | |||
25-34 |
0,219 | |||
35-49 |
-,- | |||
50-65 |
0,315 | |||
66-74 |
-,- | |||
75++ |
-0,646 | |||
Durchschnittseinkommen
des Ortsteil |
||||
1. Quintil |
-0,182 | |||
2. Quintil |
-,- | |||
3. Quintil |
-,- | |||
4. Quintil |
-,- | |||
5. Quintil |
0,172 |
Die Verwendung von Incentives induziert also keine zusätzlichen Verzerrungen der Stichprobe. Incentives sind allerdings auch nicht in der Lage, die aus der bivariaten Betrachtung bekannten Effekte des Alters und des Durchschnittseinkommens zu kompensieren. So hatten wir erwartet, daß die Wirkung des Incentives durch die Eigenschaft, in einem besser- oder schlechter gestellten Ortsteil zu wohnen, modifiziert wird. Dieser Effekt ist nicht eingetreten. Dies steht in Einklang mit der Untersuchung von Warriner et al., die keine Wechselwirkungen zwischen dem individuellen sozioökonomischen Status der Befragten und dem Effekt materieller Incentives feststellen konnten (1996: 557f). Wir werten dies als ein Indiz dafür, daß die von uns eingangs angesprochene Reziprozitätsnorm tatsächlich eine weitverbreitete Gültigkeit besitzt, unabhängig vom monetären Nutzen, den das Incentive für einen Befragten hat. Für diese Interpretaton spricht auch die durch zahlreiche Untersuchungen belegte Tatsache, daß bereits kleine Geldbeträge (im amerikanischen Kontext beispielsweise die schon klassische Dollarnote) den Rücklauf deutlich heben, die Wirkung des Incentives mit steigendem Wert des Geschenkes jedoch nur unterproportional zunimmt (Fox/Crask/Kim 1988; James/Bolstein 1992; Warriner et al. 1996).
Die bislang berichteten Analysen bezogen
sich ausschließlich auf soziodemographische Variablen. Aus anderen Forschungsarbeiten ist
aber bekannt, daß eine der erklärungskräftigsten Determinanten der Interviewteilnahme
das Interesse am Thema der Befragung ist. Wie wirkt sich also in unserem Fall das
politische Interesse auf die Teilnahmebereitschaft? Gelingt es eventuell über die
Gewährung von Incentives auch politische Nicht-Interessierte zur Interviewteilnahme zu
bewegen? Diese Fragen können wir für die erste Panelwelle nicht untersuchen, da das
politische Interesse der Zielpersonen naturgemäß zunächst nicht bekannt ist. Da in
unserem ersten Fragebogen aber nach Interesse an der Politik gefragt wurde, können wir
den oben genannten Fragen mit den Daten der zweiten Panelwelle nachgehen. Variiert nun
also die Teilnahmebereitschaft an der Wiederholungsbefragung in Abhängigkeit vom
politischen Interesse der Zielperson? Wie Abb. 11 zeigt besteht ein schwacher (g =0,13) positiver Zusammenhang
zwischen dem politischen Interesse und der Teilnahme an der Wiederholungsbefragung: Je
höher das politische Interesse, desto größer die Wahrscheinlichkeit, daß eine
Zielperson sich an der Wiederholungsbefragung beteiligt. Dieser Zusammenhang ist
statistisch signifikant (p=0,030).
Abb. 11: Der Rücklauf in
der zweiten Panelwelle nach dem
politischen Interesse der Zielpersonen
Besteht darüber hinaus auch ein Zusammenhang
zwischen der Gewährung eines Incentives und dem Effekt des politischen Interesses auf die
Teilnahme an der Wiederholungsbefragung? Dieser Frage gehen wir in Abb. 12 nach. Dort ist
der Einfluß des politischen Interesses in Abhängigkeit von der Gewährung eines
Incentives in der zweiten Panelwelle dargestellt. Es zeigt sich, daß der Einfluß des
politischen Interesse in der Gruppe der Zielpersonen, die kein Incentive erhielten,
stärker ausfällt als in der Gruppe der Personen, die ein solches Incentive erhielt.
Anders ausgedrückt: Incentives wirken bei politisch Uninteressierten scheinbar stärker
als bei politische Interessierten. In der Gruppe der Personen mit niedrigem politischen
Interesse steigt der Rücklauf durch ein Incentive um 10,9 Prozentpunkte, während diese
Steigerung in der Gruppe der Personen mit hohem politischen Interesse nur 4,6
Prozentpunkte beträgt. Es scheint also ein Interaktionseffekt zwischen den beiden
Größen vorzuliegen. Inwieweit dieser inferenzstatistisch abgesichert werden kann, wollen
wir im folgenden in Rahmen eines weiteren log-linearen Modells untersuchen.
Abb. 12: Der Rücklauf in
der zweiten Panelwelle nach dem
politischen Interesse der Zielpersonen und der
Gewährung eines Incentives
In diese Analyse gehen die Teilnahme an der
Wiederholungsbefragung als abhängige und die Gewährung eines Incentives sowie das im
Rahmen der ersten Befragungswelle gemessene politische Interesse der Zielperson als
unabhängige Variablen ein. Auch hier sind wir wieder so vorgegangen, daß wir zunächst
versucht haben, die empirischen Daten über ein Modell ohne Interaktionsterme zu
beschreiben. Bereits mit diesem Modell erhält man eine sehr gute Modellanpassung (vgl.
Tab. 5). Dies bedeutet, daß sich der in Abb. 12 zu beobachtende Interaktionseffekt noch
im Rahmen zufälliger Schwankungen liegt und deshalb statistisch nicht signifikant ist. Es
ist aber denkbar, daß dieser Effekt stärker ausfallen und somit die Schwelle der
Signifikanz überschreiten würde, wenn die Stichprobe nicht ohnehin positiv vorselektiert
wäre schließlich handelt es sich um Zielpersonen, die durch ihre Antwort in der
ersten Welle bereits ein Mindesmaß an Interesse an der Umfrage gezeigt haben. Es ist also
nicht auszuschließen, daß ein ähnliches Design, wenn es für die erste Panelwelle
möglich gewesen wäre, dort signifikante Wechselwirkungen zwischen dem politischen
Interesse und dem Effekt des Incentives aufgedeckt hätte.
Tab. 5: Der Effekt des zweiten Incentives
auf die Haltequote unter
Berücksichtigung des politischen Interesses
der Zielperson
- Ergebnisse eines log-linearen Modells -
b |
p |
LR-c 2 |
Df |
|
Modellgüte | 0,695 |
0,73 | 2 | |
Konstante | 1,854 | |||
Incentive PW 2 | ||||
Ja |
0,305 | |||
Nein |
-0,305 | |||
Politisches Interesse | ||||
Niedrig |
-0,243 | |||
Mittel |
-,- | |||
Hoch |
0,314 |
5.5 In welcher Panelwelle sollte das Incentive eingesetzt werden?
Betrachten wir nun abschließend die Gesamtausschöpfung der zweiten Panelwelle, also die Ausschöpfungsquote bezogen auf die der ersten Panelwelle zugrundeliegende Stichprobe (vgl. Abb. 8), die wir wir durch einfache Multiplikation der jeweiligen Ausschöpfungsquoten der beiden Panelwellen ermittelt haben. Der höchste Gesamtrücklauf ergibt sich mit 55,3 Prozent erwartungsgemäß in der Gruppe von Personen, die in beiden Wellen ein Incentive erhielt. Am niedrigsten ist der Rücklauf hingegen, wenn weder in der ersten noch in der zweiten Panelwelle ein Incentive eingesetzt wurde. Er beträgt dann lediglich 40,9 Prozent. Wird nur in einer der beiden Wellen ein Incentive gewährt so liegen die Ausschöpfungsquoten zwischen diesen beiden Extremwerten. Obwohl keine Hysteresis-Effekte existieren, erweist es sich somit als effektiver, das Incentive bereits in der ersten Welle einzusetzen, wenn man sich aus Kostengründen auf ein Incentive beschränken muß. Denn der Gesamtrücklauf liegt dann mit 51,9 Prozent deutlich höher, als wenn das Incentive erst in der zweiten Welle gewährt wird. Hier beträgt der Rücklauf nur 45,3 Prozent.
Abb. 13: Die
Gesamtausschöpfung im Panel in Abhängigkeit vom
ersten und zweiten Incentive
6. Zusammenfassung und Schlußfolgerungen
Unsere Ergebnisse zeigen zunächst, daß auch bei der Durchführung von Panelstudien die schriftliche Befragung nach der Total-Design-Method eine echte Alternative zu den momentan dominierenden mündlichen bzw. telefonischen Befragungsformen darstellt. Selbst in der Gruppe, die keinerlei Incentive erhalten hat, erzielen wir in der ersten Welle eine Ausschöpfungsquote von fast 50 Prozent und eine Haltequote von mehr als 80 Prozent bei der Wiederholungsbefragung. Berücksichtigt man, daß diese Studie in einem großstädtischen Milieu durchgeführt wurde, so ist dieses Ergebnis aus unserer Sicht außerordentlich zufriedenstellend.
Darüber hinaus konnten wir durch unser Methodenexperiment zeigen, daß ein geeignetes materielles Incentive die Ausschöpfungsquote schriftlicher Befragung steigert, wobei der rücklaufsteigernde Effekt in der ersten Welle unserer Panelbefragung deutlich größer ausfällt als in der zweiten. Dieser Effekt stellt sich unabhängig vom Alter und vom Geschlecht der Zielperson ein und scheint auch vom sozio-ökonomischen Kontext nicht beeinflußt zu werden.
Wir konnten darüber hinaus zeigen, daß die Haltequote in der zweiten Panelwelle von einem in der ersten Panelwelle gewährten Incentive nicht beeinflußt wird, d.h., es tritt kein Hysteresis-Effekt auf. Ebensowenig kommt es zu einer Wechselwirkung zwischen dem ersten und dem zweiten Incentive, d.h. beide Incentives wirken völlig unabhängig voneinander.
Aufgrund der finanziellen Restriktionen wird man sich zumeist auf den Einsatz eines einzigen Incentives beschränken. Unsere Befunde sprechen dafür, daß es effizienter ist, daß Incentive bereits in der ersten Panelwelle einzusetzen. Obwohl zwischen beiden Incentives keine Wechselwirkungen auftreten, läßt sich so eine höhere Gesamtausschöpfung erzielen. Zudem reduziert sich die Zahl der Personen, die mehrfach angeschrieben werden müssen, bereits in der ersten Welle, was wegen des größeren Stichprobenumfangs besonders wünschenswert ist.
Ob sich unsere Befunde auch auf mehrwellige und längerfristig angelegte Panels übertragen lassen, muß aber vorerst eine offene Frage bleiben. Auch ist darauf hinzuweisen, daß Incentives möglicherweise unerwünschte Konsequenzen nach sich ziehen können: Wie unlängst gezeigt wurde, kann der Einsatz von Incentives auf Seiten der Befragten zu der Erwartung führen, daß für die Teilnahme an der Befragung generell eine materielle Vergünstigung zu gewähren sei (Singer/Hoewyk/Maher 1998). Analog zu den von Frey (1997) beschriebenen Prozessen können offenbar auch im Bereich der empirischen Sozialforschung monetäre Anreize langfristig die intrinsische Motivation der Respondenten zerstören. Wenn aufgrund dieser Effekte langfristig die Bereitschaft, sich unentgeltlich an einem Interview zu beteiligen, weiter sinken würde, würde sich die ohnehin schwierige Situation der Umfrageforschung weiter verschlechtern.
Anhang
Tab. A1: Die Ausschöpfung der Stichprobe
in Abhängigkeit von der Gewährung eines materiellen Incentives
1. Panelwelle | ||||||||
Ohne Incentive |
Mit Incentive |
|||||||
Bruttostichprobe |
1.000 |
3.000 |
||||||
./. stichprobenneutrale Ausfälle |
28 |
98 |
||||||
Bereinigter Stichprobenansatz |
972 |
100,0 |
2.902 |
100,0 |
||||
./. systematische Ausfälle |
492 |
1.114 |
||||||
Auswertbare Interviews |
480 |
49,4 |
1.788 |
61,6 |
||||
in der 2. Welle nicht angeschrieben |
14 |
37 |
||||||
Bruttostichprobe 2. Welle |
466 |
1751 |
||||||
2. Panelwelle | ||||||||
Ohne Incentive |
Mit Incentive |
Ohne Incentive |
Mit Incentive |
|||||
Bruttostichprobe |
228 |
238 |
877 |
874 |
||||
./. stichprobenneutrale Ausfälle |
3 |
7 |
29 |
18 |
||||
Bereinigter Stichprobenansatz |
225 |
100,0 |
231 |
100,0 |
848 |
100,0 |
856 |
100,0 |
./. systematische Ausfälle |
39 |
19 |
133 |
87 |
||||
Auswertbare Interviews |
186 |
82,7 |
212 |
91,8 |
715 |
84,3 |
769 |
89,8 |
Gesamtauschöpfung über beide Wellen |
40,9 |
45,3 |
51,9 |
55,3 |
Literatur:
Anderson, Barbara A. / Puur, Allan / Silver, Brian D. /
Soova, Henri / Vöörmann, Rein: Use of a Lottery as an Incentive for Survey
Participation: A Pilot Survey in Estonia. In: International Journal of Public Opinion
Research, 6, 1994, S. 64-71.
Armstrong, J. Scott. / Overton, Terry S.: Estimating Nonresponse Bias in Mail Surveys. In: Journal of Marketing Research, 14, 1977, S. 396-402.
Arzheimer, Kai / Klein, Markus, 1998: Die Conjoint-Analyse als Instrument der empirischen Wahlforschung. Papier für die Tagung "Wahlen und Wahlforschung: Kontinuität und Wandel" des Arbeitskreises "Wahlen und politische Einstellungen" der DVPW vom 14. bis 15. Mai in Mainz. [www.uni-mainz.de/~arzheim/conjoint/Conjoint.html]
Bauer, Karde: Schriftliche Befragungen im Panel. In: planung und analyse, 1988, S. 206-209.
Bernick, E. Lee / Pratto, David J.: Improving the Quality of Information in Mail Surveys: Use of Special Mailings. In: Social Science Quarterly (75/1), Austin1994, S. 212-219.
Bethlehem, J.G. / Kersten, H. M. P.: On the treatment of nonresponse in sample surveys. In: Journal of Official Statistics (1), 1985, S. 287-300.
Blasius, Jörg / Reuband, Karl-Heinz: Postalische Befragungen in der empirischen Sozialforschung. In: planung und analyse, 1996, S. 35-41.
Blau, Peter M., 1964: Exchange and Power in Social Life. New York: Wiley.
Bloch, Tova / Nebenzahl, Israel D.: Respondents´ bias in mail surveys. In: Psychological Reports (53), 1983, S. 1227-1230.
Brehm, John: Stubbing our Toes for a Foot in the Door? Prior Contact, Incentives and Survey Response. In: International Journal of Public Opinion Research, 6, S. 45-63.
Bruvold, N. T. / Corner, J. M.: A model for estimating the response rates to a mailed survey. In: Journal of Business Research (16), 1988, S. 101-116.
Calahan, Charles A. / Schumm, Walter R.: An Exploratory Analysis of Family Social Science Mail Survey Response Rates. In: Psychological Reports (76), 1995, S. 1379-1388.
Christoffersen, M. N.: The educational bias of mail questionnaires. In: Journal of Official Statistics (3), 1987, S. 459-464.
Church, Allan H.: Estimating The Effect of Incentives on Mail Survey Response Rates: A Meta-Analysis. In: Public Opinion Quarterly, 57, 1993, S. 62-79.
Cialdini, Robert B. / Vincent, Joyce E. / Lewis, Stephen K. / Catalan, José / Wheeler, Diane / Darby, Betty Lee: Reciprocal Concessions Procedure for Inducing Compliance: The Door-in-the-Face Technique. In: Journal of Personality and Social Psychology (31/2), 1975, S. 206-215.
Clark, G. L. / Kaminski, P. F.: How to get more for your money in mail surveys. In: Journal of Business and Industrial Marketing (3), 1988, S. 17-23.
Dalecki, M. G. / Ilvento, T.W. / Moore, D. E.: The effects of multi-wave mailings on the external validity of mail surveys. In: Journal of the Community Development Society (19), 1988, S. 51-70.
De Jonge, L. / Van Veen, W. M. Oppendijk / Pooters C.: Accounting for the speed of response in mail-panel surveys. In: European Research (5), 1977, S. 172-180.
Dillman, Don A. / Sinclair, Michael D. / Clark, Jon R.: Effects of questionnaire length, respondent-friendly design, and a difficult question on response rates for occupant-adressed census mail surveys. In: Public Opinion Quarterly (57), 1993, S. 289-304.
Dillman, Don A. / Singer, Eleanor / Clark, Jon R. / Treat, James B.: Effects of benefit appeals, mandatory appeals, and variations in statements of confidentiality on completion rates for census questionnaires. In: Public Opinion Quarterly (60), 1996, S. 367-389.
Dillman, Don. A.: Mail and telephone surveys: The Total Design Method. New York 1978.
Finn, David W. / Wang, Chih-Kang / Lamb, Charles W.: An examination of the effects of sample composition bias in a mail survey. In: Journal of the Marketing Research Society (25), 1983, S. 331-338.
Fox, Richard J. / Crask, Melvin R. / Kim, Jonghoon: Mail survey response rate. A meta-analysis of selected techniques for including response. In: Public Opinion Quarterly, 52, 1988, S. 467-491.
Frey, Bruno S.: Markt und Motivation. Wie ökonomische Anreize die (Arbeits-)Moral verdrängen. München 1997.
Gehring, Uwe W. / Wagner, Michael: Wahlbeteiligung im hohen Alter. Ergebnisse der Berliner Altersstudie. Manuskript, 1998.
Gouldner, Alvin, 1960: The Norm of Reciprocity: A Preliminary Statement. In: American Sociological Review, 25, S. 161-178.
Goyder, John: Face-to-Face Interviews and Mailed Questionaires: The Net Difference in Response Rate. In: Public Opinion Quaterly, 49, S. 234-252.
Green, Josephine M.: Warning that reminders will be sent increased response rate. In: Quality & Quantity, 30, S. 449-450.
Groves, Robert M.: Understanding the Decision to participate in a survey. In: Public Opinion Quarterly, 56, 1992, S. 475-495.
Hare, Sheri / Price, James H. / Flynn, Michael G. / King, Keith A.: Increasing Return Rates of a Mail Survey to Exercise Professionals Using a Modest Monetary Incentive. In: Perceptual and Motor Skills 86, 1998, S. 217-218.
Heberlein, Thomas A. / Baumgartner, Robert: Factors Affecting Response Rates To Mailed Questionnaires: A Quantitative Analysis of the Published Literature. In: American Sociological Review (43/4), 1978, S. 447-462.
Hippler, Hans-Jürgen: Methodische Aspekte schriftlicher Befragungen: Probleme und Forschungsperspektiven. In: Planung und Analyse, 6, 1988, S. 244-248.
Hippler, Hans-Jürgen / Seidel, Kristiane: Schriftliche Befragungen bei allgemeinen Bevölkerungsstichproben - Untersuchungen zur Dillmanschen "Total Design Method". In: ZUMA-Mitteilungen 16, 1985, S. 39-56.
Homans, G. C., 1961: Social Behavior: Ist Elementary Forms. New York: Harcourt, Brace & World.
Hoogendoorn, Adriaan W. / Sikkel, Dirk: Response Burden and Panel Attrition. In: Journal of Official Statistics, 14, 1998, S. 189-205.
Huxley, Stephen J.: Predicting response speed in mail surveys In: Journal of Marketing Research (17), 1980, S. 63-68.
James, Jeannine M. / Bolstein, Richard: The Effect of Monetary Incentives and Follow-Up Mailings on the Response Rate and Response Quality in Mail Surveys. In: Public Opinion Quaterly, 54, 1990, S. 346-361.
James, Jeannine M. / Bolstein, Richard: Large Monetary Incentives and their Effects on Mail Survey Response Rates. In: Public Opinion Quaterly, 56, 1992, S. 442-453.
Johnson, Timothy P. / Parsons, Jennifer A. / Warnecke, Richard B. / Kaluzny, Arnold D.: Dimensions of Mail Questionnaires and Response Quality. In: Sociological Focus (26/3), 1993, S. 271-274.
Jones, Wesley H. / Lang, J???. R.: Reliability and Validity Effects under Mail Survey Conditions. In: Journal of Business Research (10), 1982, S. 339-353.
Kanuk, Leslie / Berenson, Conrad: Mail Surveys and Response Rates: A Literature Review. In: Journal of Marketing Research 12, 1975, S. 440-453.
Langeheine, Rolf / Pannekoek, Jeroen / van de Pol, Frank: Bootstrapping Goodness-of-Fit-Measures in Categorical Data Analysis. In: Sociological Methods & Research ( 24), 1996: 492-516.
Linsky, Arnold S.: Stimulating Responses to Mailed Questionnaires: A Review. In: Public Opinion Quarterly, 39, 1975, S. 82-101.
Lockhart, Daniel C. / Russo, J. Robert: Mail and Telephone Surveys in Marketing Research: A Perspective from the Field. In: Richard P. Bagozzi [Hrsg.]: Principles of Marketing Research, Oxford1994, S. 116-161.
Martinez-Ebers, Valerie: Using Monetary Incentives with Hard-To-Reach Populations in Panel Surveys. In: International Journal of Public Opinion Research, 9, 1997, S. 77-86.
Mowen, John C. / Cialdini, Robert B.: On implementing the Door-in-the-Face compliance technique in a business context. In: Journal of Marketing Research (17), 1980, S. 253-258.
Nederhof, Anton J.: The Effects of Material Incentives in Mail Surveys: Two Studies. In: Public Opinion Quarterly, 47, 1983, S. 103-111.
Niedermayer, Oskar: Zur Übertragung der "Total Design Method" auf schriftliche Befragungen in der Bundesrepublik. In: Jürgen W. Falter / Hans Rattinger / Klaus G. Troitzsch [Hrsg.]: Wahlen und politische Einstellungen in der Bundesrepublik Deutschland., Frankfurt a.M. / Bern / New York / Paris1989, S. 332-348.
Podszuweit, Ulrich / Schütte, Wolfgang: Sozialatlas Hamburg 1997. FH Hamburg, Fachbereich Sozialpädagogik 1997.
Reuband, Karl-Heinz: Panelmortalität in postalischen Erhebungen und soziale Zusammensetzung der Befragten. Ergebnisse einer allgemeinen Bevölkerungsumfrage. In: planung und analyse 3/98, 1998, S. 16-21.
Scheer, Hiek R. van Der / Hoekstra, Janny C. / Vriens, Marco: Using "Opt Out" Reply Cards in Direct Mail. In: Journal of Direct Marketing, 10, 1996, S. 18-27.
Scheffler, Hartmut: Ausschöpfung. In: planung & analyse, 1997, S. 58-61.
Singer, Eleanor, 1998: Incentives for Survey Participation: Research on Intended and Unintended Consequences. In: ZUMA-Nachrichten, 42, S. 7-29.
Singer, Eleanor / Hoewyk, Johnvan / Maher, Mary P.: Does the Payment of Incentives create Expectation Effects? In: Public Opinion Quaterly, 62, S. 152-164.
Smith, Tom W.: Research Notes. Trends in Non-Response Rates. In: International Journal of Public Opinion Research, 7, 1995, S. 157-171.
Sobal, Jeffrey: The Content of Survey Introductions and the Provision of Informed Consent. In: Public Opinion Quarterly (48), 1984, S. 788-793.
Stone-Romero, Eugene F. / Weaver, Amy E. / Glenar, Jennifer L.: Trends in Research Design and Data Analytic Strategies in Organizational Research. In: Journal of Management (21/1), 1995, S. 141-157.
Thibaut, J.W. / Kelley, H.H., 1959: The Social Psychology of Groups. New York: Wiley.
Warriner, Keith / Goyder, John / Gjertsen, Heidi / Hohner, Paula / Mc Spurren, Kathleen: Charities, No; Lotteries, No; Cash, Yes. Main Effects and Interactions in a Canadian Incentive Experiment. In: Public Opinion Quarterly, 60, 1996, S. 542-562.
Willimack, Diane K. / Schuman, Howard / Pennell, Beth-Ellen / Lepkowski, James M.: Effects of Prepaid Nonmonetary Incentive on Response Rates and response Quality in a Face-to-Face Survey. In: Public Opinion Quaterly, 59, 1995, S. 78-92.
Yu, Julie / Cooper, Harris: A Quantitative Review of Research Design Effects on Response Rates to Questionnaires. In: Journal of Marketing Research, 20, 1983, S. 36-44.
Zaller, John / Feldman, Stanley: A Simple Theory of the Survey Response: Answering Questions versus Revealing Preferences. In: American Journal of Political Science, 36, 1992, S. 579-616.